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06.10.2008

Erstmals sichert der Staat die Einlagen der der deutschen Sparer vollständig ab. Die Garantie beträgt bis 1200 Milliarden Euro. Das setzt andere europäische Staaten unter Druck. Auch Schweden und Dänemark erhöhen die Einlagensicherung. Der Schritt zeigt, wie ernst die Lage ist.

Erstmals hat der Staat eine umfassende Garantie für alle Bankeneinlagen privater Sparer in Deutschland abgegeben. Dabei geht es nach Angaben des Bundesfinanzministeriums vom Montag um ein Vermögen zwischen 800 bis 1.200 Milliarden Euro.

Die am Sonntag zunächst genannten 511 Milliarden Euro sind demnach nur die Einlagen auf Sparkonten, hinzu kämen noch private Girokonten. Auch in anderen europäischen Ländern gaben die Regierungen inzwischen Garantien für die Spareinlagen ab. Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte in Berlin, kein Sparer in Deutschland müsse sich um seine Bankeinlagen sorgen. Auch Finanzminister Peer Steinbrück sagte, die Sparer müssten nicht befürchten, einen Euro ihrer Einlagen zu verlieren. „Dies ist ein wichtiges Signal, damit es zu einer Beruhigung kommt.“

Damit will die Regierung einen Ansturm der Bürger auf die Banken abwenden.
„Die Bundesregierung will auf jeden Fall verhindern, dass Geld in größerem Stil abgehoben wird“, sagte der Sprecher des Finanzministeriums, Torsten Albig, dem „Handelsblatt“. Albig sagte, auf die Staatsgarantie hätten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Finanzminister Peer Steinbrück verständigt. Bei der Garantie handelt es sich nach Angaben des Finanzwissenschaftlers Hans-Peter Burghof vermutlich um „die größte Garantie in der Weltgeschichte“. Der Professor an der Universität Hohenheim äußerte am Montag im ZDF-“Morgenmagazin“ ein „gewisses Unbehagen“ über die Versicherung von Kanzlerin Merkel, die Spareinlagen seien sicher. Würde wirklich ein Teil dieser Garantie gezogen, käme der Staat tatsächlich in Schwierigkeiten, sagte der Experte.

Angesichts der Finanzkrise übernehmen immer mehr europäische Staaten Garantien für Spareinlagen. Dänemark, Österreich und Schweden beschlossenen am Montag entsprechende Regelungen und folgten damit der deutschen Regierung. Sie hatte am Sonntag bekannt gegeben, für private Spareinlagen einzustehen. Auch Großbritannien kündigte Sicherungsmaßnahmen an, wollte jedoch zunächst die Details des deutschen Programms abwarten.

Quelle: Welt online