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06.08.2008

Der Präsident der Deutschen Rentenversicherung Bund, Herbert Rische, fordert ein öffentliches Produkt für die Altersvorsorge und für den Schutz vor Erwerbsminderung.

Zur Überwindung der noch immer weit verbreiteten Altersvorsorge-Lethargie hat der Chef der Deutschen Rentenversicherung Bund, Herbert Rische, ein sogenanntes "öffentliches Produkt" nach skandinavischem Vorbild angeregt.
Ein solches Produkt könne als Alternative zum kaum noch übersehbaren Vorsorgeangebot der privaten Finanzdienstleister auf den Markt kommen und lasse sich zudem mit einer "Komponente der Invaliditätssicherung" verbinden, sagte Rische in einem Interview des "Lufthansa Magazin".

Private BU-Versicherungen "heikel und teuer"

Zur Begründung verwies Rische auf die Nachteile privater Berufsunfähigkeitsversicherungen. Viele Angebote seien "versicherungstechnisch heikel und entsprechend teuer", sagte Rische. Der Präsident der Deutschen Rentenversicherung Bund bezog damit indirekt Stellung zur aktuellen Debatte über die wachsende Armutsgefahr von Erwerbsgeminderten. Fachleute der gesetzlichen Rentenversicherer hatten in jüngster Zeit mehrfach darauf hingewiesen, dass schon jetzt fast die Hälfte der Bezieher der staatlichen Grundsicherung Invalide seien.

Dieser Anteil wird nach Ansicht von Experten wegen der Abschläge auf Erwerbsminderungsrenten vor dem 63. Lebensjahr und der geringen Verbreitung privater Berufsunfähigkeitsversicherungen in den kommenden Jahren vermutlich noch zunehmen.

Quelle: Haufe Online-Redaktion