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16.09.2008

Die amerikanische Investmentbank Lehman Brothers hat einen Insolvenzantrag gestellt. Die Spareinlagen von Kunden sind gesichert. Verluste drohen allerdings bei Zertifikaten, die Lehman ausgegeben hat. test.de klärt auf.
Geldeinlagen sind sicher

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat über die Lehman Brothers Bankhaus AG ein Moratorium verhängt. Das heißt: Die Bank ist geschlossen. Sie darf kein Geld auszahlen und auch keines annehmen. Die Lehman Brothers Bankhaus AG ist Mitglied des Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Deutscher Banken. Nach Angaben der Bafin sind pro Kunde Einlagen bis zu einer Höhe von rund 309 Millionen Euro geschützt. Einlagen sind Geld auf Girokonten, Sparkonten, Tagesgeld oder Festgeld. Betroffene müssen von sich aus nichts unternehmen. Sie bekommen Post von der Entschädigungseinrichtung, wenn es soweit ist.
Investmentfonds sind geschützt

Anleger, die ihr Geld in Lehman-Investmentfonds gesteckt haben, sind gut vor einer möglichen Pleite geschützt. Ihr Anlage-Kapital ist als Sondervermögen rechtlich getrennt von den übrigen Vermögensbeständen der Bank. Es fließt deswegen nicht in die Insolvenzmasse ein. Fonds-Anteile stehen unter einem besonderen rechtlichen Schutz. Handelt es sich allerdings um Aktienfonds, werden sie von den Turbulenzen an den Börsen mit nach unten gerissen. Das gilt für alle Aktienfonds. Besonders betroffen sind Aktionäre, die Papiere von Lehman haben.
Lehman-Zertifikate wackeln

Nicht vom Einlagensicherungsfonds gedeckt sind allerdings die Zertifikate, die Lehman ausgegeben hat. Die deutschen Börsen haben den Handel mit Lehman-Zertifikaten teilweise ausgesetzt. Nach Angaben der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, DSW, ist Emittentin der hierzulande gehandelten Zertifikate das deutsche Lehman Brothers Bankhaus. Geht die Bank tatsächlich Pleite, kann es sein, dass die Inhaber der Zertifikate nur noch einen Teil oder gar nichts mehr von ihrem Geld zurück bekommen. Davon dürften kaum Anleger betroffen ssein, denn Lehman ist in der deutschen Zertifikatebranche ein Nischenanbieter.
Rettung noch nicht in Sicht

Die Besitzer von Lehman-Zertifikaten können noch hoffen: Es kann nämlich sein, dass die Bank wieder aus der Insolvenz herausfindet. Möglich ist auch eine Übernahme durch eine andere Bank, wie im Fall der Investmentbank Bear Stearns, die in diesem Frühjahr in einer Notaktion von der US-Bank J.P.
Morgan übernommen wurde. J.P. Morgan hat auch die Verbindlichkeiten von Bear Stearns übernommen. Das heißt: Wer Zertifikate von Bear Stearns hat, braucht um sein Geld nicht zu fürchten. Das gilt auch für die Zertifikate, die die US-Investmentbank Merrill Lynch ausgegeben hat. Merrill Lynch ist von der Bank of America übernommen worden.

Quelle: Stiftung Warentest