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08.10.2008

FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Investmentfonds genießen auch ohne Staatsgarantien Insolvenzschutz. Die Bundesregierung hatte am Sonntag erstmals eine Komplettgarantie für private Spareinlagen in Aussicht gestellt, um die Bürger angesichts der sich zuspitzenden Finanzkrise zu beruhigen. Für Investmentfonds gilt dieser Schutz der Bundesregierung zwar nicht, diese sind jedoch als Sondervermögen konkurssicher.

Beim Kauf eines Investmentfonds investieren Anleger in ein sogenanntes Sondervermögen, das von einer Fondsgesellschaft gemanagt wird. Bei einer Insolvenz einer Fondsgesellschaft bleibt das Vermögen eigenständig erhalten und geht nicht in die Konkursmasse ein. "Investmentfonds sind als Sondervermögen absolut konkurssicher, weil sie getrennt sind vom Vermögen der Investmentgesellschaft und auch der Depotbank", sagte Stefan Seip, Hauptgeschäftsführer des Bundesverband Investment und Asset Management e.V. (BVI). "Im Falle eines Konkurses der Investmentgesellschaft oder der Depotbank bleibt das Sondervermögen eigenständig erhalten und gehört - anteilig - weiterhin den Anlegern".

Dies ist ein entscheidender Unterschied zu Zertifikaten. Hierbei handelt es sich um Inhaberschuldverschreibungen. Die Anleger gewähren damit dem Emittenten ein Darlehen. Bei einer Insolvenz des Emittenten droht wie zuletzt im Fall der US-Investmentbank Lehman Brothers ein Totalverlust. Dieser Markt ist im Gegensatz zum Fondsmarkt nicht reguliert. Fonds hingegen unterliegen hingegen einem Anlegerschutzgesetz, das durch die Bundesanstalt für Finanzdiesleistungsaufsich (BaFin) überwacht wird.

Investmentfonds sind per Gesetz zu einer breiten Risikostreuung verpflichtet. So dürften im Normalfall maximal fünf Prozent eines Fonds in Wertpapiere eines Emittenten angelegt werden. Vor Wertverlusten sind Fondsanleger natürlich nicht geschützt. Gerade bei Aktienfonds kann es zu starken Schwankungen kommen. Daher bergen gerade für kurzfristig ausgerichtete Anleger Fonds auch Risiken. Durch die Insolvenz des Anbieters wird das Vermögen jedoch nicht gefährdet.

Autor: dpa-AFX