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25.08.2008

Viele der knapp 1,5 Millionen gesetzlich krankenversicherten Selbstständigen drohen zum Jahresende in eine Falle zu tappen: Wer bei seiner Krankenkasse bisher ein Krankengeld als Einkommensersatz bei längerer Krankheit vereinbart hat, verliert diesen Schutz ab Januar 2009 automatisch – womöglich, ohne es zu merken.

Er ist laut Wettbewerbsstärkungsgesetz für Selbstständige nicht mehr im Grundschutz enthalten. Diese Regelung trifft Freiberufler und Unternehmer, die bisher den allgemeinen oder erhöhten Beitragssatz bei ihrer Kasse zahlen.


"Diese neue Lücke im Schutz sollten Selbstständige bis zum Jahresende schließen", rät Stefan Albers, Krankenversicherungsexperte und unabhängiger Versicherungsberater in Montabaur. Dahin führen zwei Wege: Alle Kassen müssen ihren Kunden spätestens ab Januar als Ersatz entsprechende Wahltarife anbieten, die derzeit allerdings noch nicht auf dem Markt sind und den Kunden dann auch für drei Jahre an seine Kasse binden.

Alternativ können Gesunde das Risiko auch bei privaten Anbietern absichern.
Ein 40-Jähriger zahlt dort ab rund 30 Euro für ein Tagegeld von 100 Euro, das ab dem 43. Krankheitstag fließt. Nachlass für die verlorene Leistung erhalten Selbstständige bei der Kasse immerhin: Sie zahlen dort künftig den niedrigeren ermäßigten Beitragssatz.

von Lars Winter

Quelle: capital.de