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14.07.2008

Es ist bereits der fünfte Zusammenbruch einer Bank in diesem Jahr: Der größte unabhängige börsennotierte US-Baufinanzierer IndyMac wurde vom Staat übernommen, nachdem das Geldhaus in massive Kapitalnöte geraten war. Die Pleite des kalifornischen Geldhauses ist zudem die drittgrößte Bankenpleite in der US-Geschichte überhaupt.

Für die kommenden Monate rechnen Analysten mit zahlreichen weiteren Pleiten, was die Suche des staatlichen Einlagensicherungsfonds der US-Banken (FDIC) nach einem Käufer für IndyMac erschweren dürfte. Der Fonds rechnet mit einem Schaden von vier bis acht Milliarden Dollar. "Diese Institution ist einer Liquiditätskrise zum Opfer gefallen", sagte der Chef der unmittelbar zuständigen Sparkassenaufsicht OTS, John Reich.

 

Der 1985 gegründete Hypothekenfinanzierer hatte erst vergangene Woche angekündigt, wegen der Krise über die Hälfte seiner über 7000 Mitarbeiter zu entlassen und sein Geschäft zu reduzieren. 2007 hatte IndyMac noch Hypotheken im Volumen von 77 Milliarden Dollar ausgegeben und lag mit einem Marktanteil von gut drei Prozent insgesamt auf dem neunten Platz der Branche. Inzwischen haben über 100 US-Hypothekenfirmen im Zuge der Krise ihr Geschäft eingestellt oder sind Pleite gegangen.

 

„Mehrheit der Banken sicher“

Der FDIC ist Sorgen vor dem Zusammenbruch weiterer Finanzinstitute entgegengetreten. "Die große Mehrheit der Banken in diesem Land ist sicher und finanziell gesund", erklärte FDIC-Chefin Sheila Bair.

 

Hilfe für Freddie und Fannie?

Auch die zwei größten US-Hypothekenfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae, die halbstaatlich sind, stecken in großen Schwierigkeiten. Die Nachrichtenagentur Reuters hätte aus verschiedenen Kreisen erfahren, dass US-Notenbankchef Ben Bernanke eine Notfall-Finanzspritze für Freddie und Fannie plane. Eine Sprecherin der US-Notenbank sagte dagegen, es seien keine Diskussionen mit den beiden Konzernen über Zugang zum Diskontfenster der Notenbank geführt worden. (dnu)

 

Quelle: Fonds professionell