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24.07.2008

Die Bundesregierung rechnet einem Zeitungsbericht zufolge damit, dass die Beitragssätze zur gesetzlichen Krankenversicherung mit dem Start des Gesundheitsfonds zum Jahresbeginn auf mindestens 15,5 Prozent steigen. Das sei "realistisch", zitiert die "Bild"-Zeitung aus einer Regierungs-Analyse zum Gesundheitsfonds.
 
Als Grund für den Beitragsanstieg seien unter anderem Mehrausgaben für Arzneimittel und den Klinikbereich sowie steigende Arzthonorare angegeben. Bislang hatte die Regierung angekündigte Beitragssteigerungen immer als Spekulation zurückgewiesen.
 
Bereits im vergangenen Monat hatte Bundeskanzlerin Merkel auf einer Veranstaltung eines gesetzlichen Krankenversicherers erklärt, dass der Gesundheitsfonds wie geplant 2009 umgesetzt werde, aber: "Damit ist das Kapitel Gesundheitsreform nicht abgeschlossen." Die demografische Entwicklung sei längst nicht bewältigt.
 
Die immer höhere Lebenserwartung und der medizinische Fortschritt stellten das Gesundheitssystem vor eine große Herausforderung, sagte Merkel. "Wir dürfen uns vor dieser Aufgabe nicht drücken." Die Diskussion werde die nächsten Jahre anhalten.
 
Merkel stimmte die Bürger auch auf höhere Kosten ein. Billiger werde die Gesundheitsversorgung nicht werden. Dass die Mehrkosten für den medizinischen Fortschritt nur mit Einsparungen herauszuholen seien, sei ein "Irrglaube". Die Kostensteigerung habe aber mit dem "Gesundheitsfonds, dem manches in die Schuhe geschoben wird, nichts zu tun".

Quelle: n-tv